Klinkhammer, Grit / Frick, Tobias (Hg.)
Religionen und Recht
Religionswissenschaftliche Reihe Nr. 17
diagonal-Verlag Marburg 2002, € 25,00
Gesellschaftliche Konflikte werden immer häufiger in Gerichtssälen
ausgetragen. Religionen - Religionsgemeinschaften und Gläubige - bilden hier
keine Ausnahme. Umso dringender ist der Austausch derjenigen Disziplinen. die
mit Religionen und Recht befasst sind. Analysen aus Religionswissenschaft,
Soziologie. Politikwissenschaft. Psychologie und Rechtswissenschaft
verdeutlichen die vielfältigen Dimensionen der Thematik.
Drei Problembereiche gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, wenn das Recht seine
friedensstiftende Funktion behalten soll. Dabei tauchen u.a. folgende Frage auf:
- Kann die bestehende rechtliche Ausgestaltung des Verhältnisses von Religionen
und Staat flexibel auf neue Entwicklungen reagieren?
- Wie wirken sich die europäische Integration und das europäische Recht auf
die nationaler Strukturen aus?
- Welche längerfristigen Konflikte und Perspektiven spiegeln die aktuellen
rechtlichen Auseinandersetzungen um religiöse Minderheiten?
Diesen Fragen ist eine wissenschaftliche Tagung des Religionswissenschaftlichen
Medien- und Informationsdienstes REMID nachgegangen.
Die um zusätzliche Beiträge erweiterte Dokumentation eröffnet die
interdisziplinäre Diskussion um das Verhältnis von Religionen und Recht in
demokratischen Gesellschaften und treibt sie weiter voran.
Konkret wurde z.B. versucht, die Bemühungen der
Zeugen Jehovas um den den Erwerb des Körperschaftsstatus, die Bedeutung eines
solchen Status für den Islam und die Rolle des Tendenzschutzes für die Kirchen
bei der Ausgestaltung ihres Arbeitsrechts zu problematisieren. -
Beachtenswerte Positionen und lesenswerte aktuelle Zwischenberichte!
Unverkennbar ist allerdings: Solche Autoren unter den Staatskirchenrechtlern,
die in Konfliktfällen den individuellen
Freiheitsrechten gegenüber den
Rechtsansprüchen der Religionsgemeinschaften größeres Gewicht beimessen,
finden erkennbar weniger Beachtung, bzw. ihrer Argumentation wird weniger
Gewicht beigemessen.
Friedrich Halfmann