Klaus-Peter Jörns,
Notwendige Abschiede
Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen
Christentum
GÜTERSLOHER VERLAGSHAUS
3. Auflage 2006, 412 Seiten, gebunden, €
25,60
Das Unbehagen wächst -aber kaum jemand tut etwas. Die Menschen wenden
sich gelangweilt ab. Selbst Pfarrerinnen und Pfarrer glauben kaum noch, was ihnen
ihr Amt zu bekennen aufgibt. - doch nur wenige trauen sich, die Wahrheit offen
auszusprechen: Die Kirche muss sich von vielen ihrer Glaubensaussagen
verabschieden.
Klaus-Peter Jörns entfaltet in 8 Kapiteln eine veränderte Gestalt des
christlichen Glaubens. Im Rückgriff auf die vielfältigen Wurzeln des
Christentums nimmt Jörns Abschied von heute unverständlichen
Glaubensvorstellungen: von einer absoluten Sonderstellung des Christentums und
der Bibel unter den Religionen der Erde; vom Gedanken, erwählt zu sein; von der
Gottebenbildlichkeit des Menschen und der Herabwürdigung der anderen
Geschöpfe; von der Kriminalisierung des Todes als »der Sünde Sold« und vom
Verständnis der Hinrichtung Jesu als Sühnopfer, das Gottes Liebe zu uns erst
möglich mache.
Das Buch ist eine Ermutigung für alle Menschen, das Christentum neu im Rahmen
einer universalen Wahrnehmungsgeschichte Gottes verstehen zu lernen, zu der alle
Religionen gehören, und die in jedem Menschen ihren je eigenen Ausdruck findet.
Das Buch bietet eine scharfe Analyse, eine leidenschaftliche Neuentfaltung des
christlichen Glaubens und eine nachdrückliche Ermutigung, den eigenen Glauben zu
leben - alles immer erkennbar von einer großen Sympathie seiner Kirche
gegenüber getragen.
In seinem inzwischen vorliegenden Band "Lebensgaben Gottes feiern" hat der Autor eine der 8 Thesen: ´Abschied vom Sühnopfermahl´ weiter ausgeführt und mit einer Fülle von liturgischen Anregungen angereichert.
Klaus-Peter Jörns, * 1939, Prof. Dr. theol., war 10 Jahre Gemeindepfarrer, dann Professor am Predigerseminar in Herborn, und von 1981-99 Professor für Praktische Theologie und Leiter des Instituts für Religionssoziologie in Berlin
Friedrich Halfmann