Zu einigen Aspekten der Kirchenfinanzierung  
in der Bundesrepublik Deutschland

Aktualisierung: 09/2007

Inhalt: 


Zur Kirchensteuer
Die Mindestbetrags-Kirchensteuer
Das Kirchgeld in Glaubensverschiedener Ehe
Kirchensteueraufkommen beider Kirchen 1967-2006
Kirchensteueraufkommen der Kath. (Erz-) Bistümer in Deutschland
Kirchensteueraufkommen der Ev. Landeskirchen in Deutschland
Typischer veröffentlichter Haushalt deutscher Kirchenprovinzen
Anteil  der Kirchensteuer an den Ausgaben für "Soziale Dienste" 
Kirchliche MitarbeiterInnen und ihre Finanzierung
Zu den Staatsleistungen
Zu den Subventionen
Die unbegrenzte Abzugsfähigfähigkeit gezahlter  Kirchensteuer
Negative Staatsleistungen
Das Kirchensteuersystem in der Diskussion
   Kirchenrecht
   Steuergerechtigkeit
   Kappung der Kirchensteuer
   Verlässlichkeit der Einkünfte durch die Kirchensteuer
   Europäische Einigung
Neuere Entwicklungen in Deutschland

 

Zur Kirchenfinanzierung allgemein:

Die Kirchen beziehen Geld aus vielen Quellen. Die bekannteste ist die staatlich eingezogene Kirchensteuer, die an die Lohn- und Einkommensteuer angekoppelt ist. Diese wird nach Inkrafttreten der Unternehmensteuerreform ergänzt werden durch die (ab 2011 erfolgende) automatische Festsetzung und Abführung von Kirchensteuern durch die Geldinstitute als Annexe der neu eingeführten Abgeltungsteuer.
Hinzu kommt in einigen Bistümern und Landeskirchen die Sonderform von Kirchensteuer unter der Bezeichnung "Kirchgeld in Glaubensverschiedener Ehe". In wenigen Bundesländern wird auch noch eine Mindestbetrags-Kirchensteuer über das Finanzamt eingezogen.
Viele Gemeinden erheben außerdem das normale Kirchgeld und sammeln es selbst ein. Schließlich sind nicht die üblichen Kollekten, Spenden, Stipendien und die Entgelte für kirchliche Handlungen (Stolgebühren) zu vergessen.
Weiterhin fließen den Kirchen Gelder zu aus Vermögen und Verpachtung, aus der Führung kircheneigener Betriebe und den Beteiligungen an Firmen und Banken, ferner aus Aktienbesitz.
Hinzu kommen positive und negative Staatsleistungen.
-
Die bayrische Landeskirche / die kath. (Erz-) Bistümer erhalten als Körperschaften des öffentlichen Rechts ein "Kopfgeld" in bestimmter Höhe, derzeit ca. 5 Euro pro Mitglied. 
Seit einigen Jahren bedienen sich die Kirchen des Instituts "Kirchliche Stiftungen". Durch sie fließt den Kirchen entweder Geld direkt zu oder es kommt ihnen indirekt zustatten.
Im folgenden ist vor allem von den Geldquellen die Rede, die von der Ausgestaltung des Staat-Kirche-Verhältnisses abhängig sind.

                                                                                              
Zur Kirchensteuer

Das Verfassungsrecht:

Art. 140 des Bonner Grundgesetzes umfasst die Kirchenartikel 136-141 der Weimarer Reichsverfassung von 1919. Die entscheidende Bestimmung hinsichtlich der Kirchensteuer lautet(e):

Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, aufgrund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben. Art. 137(6)

Das Recht, Steuern zu erheben, hat Verfassungsrang und ist an den Status der "Körperschaft des öffentlichen Rechts" geknüpft.

Erhebung der Kirchensteuer

Der Einzug der Kirchensteuer ist nicht durch das Grundgesetz garantiert, er basiert auf Ländergesetzen. Die Kirchensteuer ist an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt und beträgt in Bayern und Baden-Württemberg  8%, in allen anderen Bundesländern 9% der Lohn- und Einkommensteuer. Sie wird von den Finanzbehörden der Bundesländer eingezogen. Im Bundesland Bayern gibt es Modifizierungen bezüglich des Einzugs.

Zur Zeit wird die Einführung einer Abgeltungsteuer ab 2009 u.a. auf Zinseinkünfte in Höhe von 25% geplant, von der die Kreditinstitute auf Antrag der Bankkunden Kirchensteuer abführen können.

Den staatlichen Kirchensteuereinzug nehmen verschiedene Religionsgemeinschaften in Anspruch: z.B. die römisch-katholische, die evangelischen, die altkatholische Kirche und die jüdische Kultusgemeinde. Freikirchen lehnen eine Finanzierung ihrer Gemeinden per Kirchensteuer ab.

Die Länder behalten als Entgelt für den Einzug der Kirchensteuer je nach Bundesland unterschiedlich 2% (Bayern) bis 4,5 % (im Saarland) des Kirchensteueraufkommens ein.

                                                                                                                  

Die Mindestbetrags-Kirchensteuer (X3)

Sie wird von den evangelischen und katholischen Kirchen sowie einigen anderen Religionsgemeinschaften in den folgenden Bundesländern erhoben:

jährlich, Euro
Baden-Württemberg 3,60
Hamburg 3,60
Hessen 1,80
Mecklenburg-Vorpommern  3,60
Niedersachsen 3,60
Sachsen (nur ev,) 3,60
Sachsen Anhalt 3,60
Schleswig-Holstein 3,60
Thüringen 3,60

Die Mindestbeträge sind von solchen Kirchensteuerpflichtigen unter Berücksichtigung von § 51a EStG zu erheben, für die auch staatliche Einkommensteuer festzusetzen oder Lohnsteuer einzubehalten ist, 8% bzw. 9% der staatlichen Einkommen-(Lohn-)steuer aber einen niedrigeren Betrag ergeben würden als den jeweils geltenden Mindestkirchensteuerbetrag.
Quelle zu Mindestbetrags-Kirchensteuer: Jens Petersen, www.kirchensteuer.net
 

                                                                                                                 

Das Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe

BundesbürgerInnen können, wenn Sie Hauptverdienende sind, keiner Kirchensteuer erhebenden Religionsgesellschaft angehören, wohl aber mit PartnerInnen verheiratet sind, die einer solchen Gemeinschaft angehören und über gar keine oder nur über geringe eigene Einkommen verfügen, in allen Bundesländern, mit Ausnahme Bayerns, zur Zahlung des Kirchgeldes in glaubensverschiedener Ehe herangezogen werden.

In den Kirchensteuereinnahmen jener Kirchenprovinzen, die das neue Kirchgeld erheben, ist dieses in den o.a. Zahlen der Kirchensteuereinnahmen enthalten. Es macht ca. 4 % davon aus.

Weiteres zum Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe, siehe eigenes Stichwort

                                                                                                                 

Kirchensteueraufkommen  
der ev. und kath. Kirche für die Jahre 1967 - 2006

Zahlenangaben in TDM, ab 2001 in T€

Jahr Evangelische Kirche Katholische Kirche
1967 1 6xx xxx 1 233 xxx
1968 1 7xx xxx 1 363 xxx
1969 1 9xx xxx 1 548 xxx
1970 2 2xx xxx 1 597 xxx
1971 2 7xx xxx 2 215 xxx
1972 3 1xx xxx 2 643 xxx
1973 3 6xx xxx 3 162 xxx
1974 4 xxx xxx 3 584 xxx
1975 3 5xx xxx 3 005 xxx
1976 3 8xx xxx 3 426 xxx
1977 4 2xx xxx 3 814 xxx
1978 4 3xx xxx 3 839 xxx
1979 4 4xx xxx 4 009 xxx
1980 4 839 xxx 4 619 xxx
1981 4 815 xxx 4 726 xxx
1982 4 937 xxx 4 839 xxx
1983 5 540 xxx 5 004 xxx
1984 5 078 xxx 5 110 xxx
1985 5 567 119 5 713 066
1986 5 778  xxx 5 786  xxx
1987 6 244 747 6 304 131
1988 6 485 215 6 507 304
1989 6 782 331 7 104 582
1990 6 508 462 6 790 653
1991 7 620 515 7 865 965
1992 8 427 038 8 744 491
1993 8 385 552 8 666 245
1994 8 234 660 8 496 142
1995 8 382 135 8 673 038
1996 7 945 503 8 136 113
1997 7 587 775 7 853 270
1998

7 797 672

8 419 848
1999     8 275 313 8 944 339
2000 8 312 242 9 163 509
2001 7 979 383 / 4 079 794 8 801 902 / 4 499 832
2002 4 079 794 4 443 321
2003 4 012 489 4 498 455
2004   3 689 383 4 158 455
2005 3 649 815 4 107 082
2006 3 883 508 4 387 900
2007 +     4 0XX XXX   +     4 5XX XXX

Zahlen 1967-1979: Bensberger Kreis, Zu einigen Aspekten der Kirchenfinanzierung, 2. Aufl.1987, S. 45
Zahlen ab 1980: Angaben der jeweiligen Kirchenleitungen für das Statistische Jahrbuch der BRD  

+ Prognose, KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, 15.11.2006

                                                                                                        Kirchensteueraufkommen der Kath. (Erz-) Bistümer in Deutschland, Zahlenangaben in TDM, ab 2002 in TEuro

(Erz-)Bistum 1992 1993 1994 1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005 2006
               
Aachen 442 439 433 368 409 413 431802 417 852 383 633 409 576 437 062 433 438 424 065 213 968 185 167 190 643 159 455 189 105
Augsburg 427 135 417 599 442 668 408 482 403 327 411 291 401 987 428 243 506 024 438 334 220 723 239 836 196 933 211 579 219 020
Bamberg 229 725 233 986 232 412 233 460 229 037 234 595 231 337 245 494 265 642 244 274 118 788 119 581 102 939 112 472 108 910
Berlin (West) 
109 788
(West)
 103 143 
(West) 
87 676
 119 016 113 884 115 517 143 181 134 806  91 545 114 043 62 339 45 855 49 917 67 925 63 880
Dresden-Meißen --- --- --- 31 912   33 739 33 251 34 673   36 643    1 328 31 948 13 865 19 104 13 505 14 917 17 903
Eichstätt 123 334 123 162 123 428 121 372 122 619 146 685 118 528 127 716 156 962 131 820 65 416 78 069 65615 65 196 70 299
Erfurt --- --- --- 24 424    22 285 20 791 21 387 24 309   42 211 27 323 13 838 15 763 15 371 12 643 16 577
Essen 391 919 364 446 277 707 361 345 348 805 301 945 340 137 365 201 315 285 336 085 169 370 127 638 142 756 110 220 132 052
Freiburg 686 546 670 268 652 087 671 703 657 500 627 283 640 121 698 677 586489 653 266 330 380 361 123 322 991 331 913 327 827
Fulda/Hessen } 124 327 } 134 517 } 145 438 131 381 12 873 130 954 128 073 157 979 135.490 149 303 70 762 67 450 } 62 960 66 495 70 437
Fulda/Thüringen 964 903 720 888 948 1 028 928 553 636
Görlitz --- --- --- 1 115     7 121 6 537 6 774     7 207 - 2 183 5 411 2 921 2 692 1 711 1 465 2 324
Hamburg --- --- 96 778 109 798 118 587 123 589 115 675 116 250 130 801 127 013 52 608 58 102 51 527 77 459 74 112
Hildesheim 215 385 210 991 160 367 212 652 194 428 156 284 193 859 201 121 237 335 207 836 106 029 87 827 97 087 92 616 103 141
Köln 1 038 612 1 011 837 873 574 1 006 202 964 708 832 454 940 971 1 008 110 937 976 996 399 527 662 440 810 460 838 413 723 492 073
Limburg 319 628 307 897 317 580 316 939 304 220 244 341 300 852 333 461 296 558 294 436 144 577 192 406 157 356 207 564 166 981
Magdeburg --- --- --- 20 338 19 112 17 821 18 535   18 717   18 327 21 754 10 102 10 160 8 850 6 405 10 797
Mainz 317 268 328 198 362 045 320 891 322 937 276 354 312 490 332 946 307 338 321 608 166 330 186 739 160 916 169 077 170 816
München 756 807 776 261 708 705 746 793 732 122 527 782 726 977 739 712 718 212 780 640 372 966 433 849 351 179 423 753 384 131
Münster, NRW 569 365  556 271 568 022 559 269 537 210 650 468 564 848 607 954 716 183 603 541 300 727 290 979 288 887 231 719 280 935
Münster / Old. 70 084 69 804 71 310 70 384 65 495 75 159 71 438 78 123 134 360 84 502 45 432 43 028 42 533 40 184 45 452
Osnabrück 245 907 241 145 144 996 70 384 13 336 141 659 138 816 143 564 263 432 165 186 82 427 81 116 80 291 75 582 86 963
Paderborn 600 544 589 312 620 135 609 382 537 127 658 391 581 908 625 605 715 415 608 241 313 024 280 690 283 667 231 588 283 012
Passau 102 672 108 377 135 007 107 009 107 376 120 143 107 090 117 900 172 353 119 054 60 176 58 717 54 714 55375 60 030
Regensburg 288 967 307 656 325 999 290 203 289 512 356 713 295 625 319 404 406 598 321 577 166 702 188 543 162 051 172 664 178 167
Schwerin --- --- --- ---  --- 7 844 7 379    8 308    8 922 9 379 3 967 4 532
Rottenb.-Stuttg. 695 816 653 773 673 364 697 824 661 357 669 164 704 708 706 236 510 570 682 303 335 704 419 884 358 970 365 362 388 093
Speyer 200 542 209 334 227 754 218 284 204 700 160 569 199 239 209 439 182 736 194 625 106 270 114 463 91 581 91 809 100 810
Trier 464 889 467 876 466 228 458 611 449 488 452 980 445 493 470 433 497 359 453 809 238 758 222 968 226 957 179 515 226 180
Würzburg 239 182 242 802 259 167 237 611 241 559 232 733 243 172 242 894 303 433 253 186 126 936 121 642 117662 118 453 117 916
Jurisdiktionsbezirk
Ost
68 834 94 420 115 282 --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Gesamt 8 729 715 8 656 443 8 496 142 8 666 414 8 409 563 8 117 614 8 419 848 8 944 339 9 163 509 8 801902 4 443 321 4 499 433 4 158 455 4 107 082 4 387 900

Quelle: Steuerkommission der Deutschen Bischofskonferenz, mitgeteilt an das Statistische Bundesamt der Bundesrepublik Deutschland

                                                                                                                       

Kirchensteueraufkommen der Ev. Landeskirchen in Deutschland, Zahlengaben in TDM; ab 2001 in T€

Gliedkirche

1992 1993 1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006
Anhalt 5 589 7 541 11 412 10 683 9 591 8 261 7 931 8 018 Dem

 3 874

3 787 1 821 2 873 2 709 2 664
Baden

459 532

436 343 411 423 422 481 420 523 386 161 404 325 424 100 Staat.

 214 286

207 246 221 510 205 869 211 815 221 543
Bayern 834 946 850377 918211 878175 837538 825837 836731 885 254 Bun-  453235 432696 505 629 454 600 455 737 490 131
B.-Brandenburg 423 174  458 872 274 333 399 386 398 095 239 731 300 287 374 458 des-  173 977 172 808 164 128 114 827 121 742 125 400
Braunschweig 152 269 151 416 150 855 149 968 140 243 151 263 142 198 136.767 amt  66 230 64 705 55 137 50 904 48 201 49 443
Bremen 93 695 86 661 55 612 66 473 55 546 45 950 61 173 76 832 wur-  38 771 36 776 39 815 26 575 28 708 31 272
Hannover 894 906 888 521 877 861 877 645 818 902 883 124 831 729 851 845 den   429 277 435 489 376 522 358 416 339 576 362 338
Hessen-Nassau 740 822 741 525 869 955 798 105 719 855 725 154 733 710 762 440 kei-   367 234 369 335 356 819 343 680 368 308 426 025
Kirch.-Prov.Sachsen  55 073 71 591 79 103 84 595 70 665 60 223 61 078 63 620 ne   40 868 40 095 51 089 45 220 33 164 32 950
Kurhessen.-Waldeck 283 440 287 596 335 148 291 886 275 090 255 460 263 655 294 694 Zah-  145 728 146 657 144 429 118 830 126 166 128 243
Lippe 70 018 69 419 72 595 71 811 64 815 69 731 66 096 67 305 len  32 924 32 908 31 679 29 406 27 328 25 544
Mecklenburg 27 473 36 777 41 094 39 911 39 729 35 192 34 189 33 663 über-  17 924 16 922 17 338 17 949 16 510 18 638
Nordelbien 743 995 742 809 672 322 708 553 680 570 598 013 593 965 691 536 mit-  362 891 344 026 322 622 285 772 269 185 294 597
Oldenburg 122 813 121 878 121 063 120 416 112 619 121 481 115 541 117 375 telt  58 818 59 157 51 168 44 964 46 207 50 796
Pfalz 202 784 201 592 228 744 214 204 199 171 131 557 183 884 188 556  92 112 94 482 95 433 88 041 89 677 90 486
Pommern 9 160 11 503 13 437 14 917 12 000 9 655 9 035 11 269  7 443 6 946 9 145 8 042 5 536 5 907
Reformierte Kirche 52 512 52 144 52 303 51 128 47 990 51 170 44 555 49 657

25 064

25 610 22 893 21 668 20 644 22 041
Rheinland 1 185 670 1 124 992 1 108 858 1 138 909 1 092 614 1 103 200 1 127 857 1 147 071  545 515 579 448 508 046 496 659 494 323 510 398
Sachsen 108 106 137 150 163 333 152 305 141 353 106 601 126 868 134 868  77 218 77 984 95 172 88 828 74 916 77 555
Schaumburg-Lippe 17 983 17 786 17 783 17 886 16 618 17 872 16 810 17 220  8 601 8 818 7 568 7 428 6 824 7 335
Schles. Oberlausitz 7 028 8 622 10 268 10 963 9 466 8 264 8 569 8 912  4 953 4 914 3 693 4 382 ---- ---
Thüringen 51 453 65 266 72 904 67 777 59 941 49 726 48 066 51 825  29 754 31 203 39 401 35 739 29 530 31 165
Westfalen 933 105 920 798 871 718 916 284 862 589 800 816 854 911 913 092  430 864 432 852 423 983 399 084 372 515 379 333
Württemberg 937 241 869 646 779 830 853 225 837 322 877 538 896 940 938 203  441 704 434 356 457 143 427 604 450 930 482 384
       
Insgesamt 8 427 038 8 385 552 8 234 660 8 382 135 7 945 503 7 587 775 7 797 156 8 275 313  4 079 794 4 069 649 4 012 489 3 689 383 3 649 815 3 883 508

Quelle: Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland. Der Fettdruck (nicht im Original) verweist auf Steuerzuwächse gegenüber dem jeweiligen Vorjahr.  

(Anmerkung der EKD: Diese Daten  geben nicht die reale Kirchensteuerentwicklung wieder, sondern stellen ein vorläufiges kassenmäßiges aufkommen auf Grund von Abrechnungen im innerkirchlichen Verrechnungsverfahren in diesem Rechnungsjahr dar, das in den folgenden Jahren wieder ausgeglichen wird.)

                                                                                                                          

Typischer veröffentlichter Haushalt deutscher Kirchenprovinzen (Bistum/Landeskirche)/ Ausgabenstruktur

Der Anteil der Kirchensteuer beträgt bei evangelischen Landeskirchen im Durchschnitt 70 %, bei den römisch-katholischen (Erz-) Bistümern ca. 80% des Haushalts( Erzbistum Köln, 2005: 57%). Zur Ausgabenstruktur auf der Ebene eines kath. Bistums können die folgenden Angaben zur Erzdiözese Köln als repräsentativ auch für andere Kirchenprovinzen angesehen werden.

Zum Beispiel: Erzbistum Köln (1995), Gesamthaushalt: 1.061.146,00 DM

415 Mio = 39,19 % Allg. Seelsorge
189 Mio = 17,87 % Soziale Dienste
145 Mio = 13,66 % Schule/ Bildung
99,9 Mio  =   9,42 % Gesamtkirchliche Aufgaben
75,44 Mio =   7,11 % Verwaltungskosten / Finanzausgleich
65,5 Mio =   6,17 % Leitung
48,57 Mio =   4,58 % Besondere Seelsorge
21,1 Mio =   2,00 % Finanzen / Versorgung

        Daten aus: W.Ockenfels/ B.Kettern, Streitfall Kirchensteuer, Paderborn 1993, S. 60

                                                                                                               

Anteil  der Kirchensteuer an den Ausgaben
für "Soziale Dienste" der katholischen (Erz-)Bistümer

(Erz-)Bistum Jahr Gesamt-
haushalt  in 1 000 €
Anteil d.  Kirchen-
steuer am Gesamt-
haushalt in %
Anteil Soziale Dienste am Gesamt-
haushalt in
1 000 €
Anteil der
Kirchensteuer
für Soziale Dienste
in % vom
Gesamthaushalt
Aachen   keine Angaben auch nicht im Internet
Augsburg 2002 247 260      87 * incl. KiTa 22 500 7.9
Bamberg 2001 262 900      88 incl. KiTa 36 100 12
Berlin   keine Angaben auch nicht im Internet
Dresden   keine Angaben auch nicht im Internet
Eichstätt 2003 89 992       77 incl. KiTa 12 538 10.7
Erfurt 2002 37 000 ca. 75   7.8
Essen 2004 221 000      72 incl. KiTa 34 561 12.5
Freiburg 2003 411 700      82 incl. KiTa 39 800 8
Fulda 2001 ** 96 990      66 incl. KiTa 15 800 10.7
Görlitz 2003 16 754 *** 18 4 409 4.7
Hamburg 2002 82 400      75 incl. KiTa 9 200 8.3
Hildesheim 2002 131 222      84 incl. KiTa 12 772 8.2
Köln 2003 679 183      67

incl. KiTa115 700

11.5
Limburg 2003 140 500      79 incl. KiTa 29 200 12.9
Magdeburg 2004 37 091 *** 77 incl. KiTa und Seels. 5 940 11.5
Mainz 2003 265 300      63 incl. KiTa 30 000 11.2
München 2002 399 428      89 incl. KiTa 65 652 14.4
Münster
ohne Anteil Osnabrück
2004 375 900      82 incl. KiTa 57 100 12.4
Osnabrück 1998 **93 566      68 incl. KiTa 25 226 9.3
Paderborn 2003 304 637      82 41 345 10.6
Passau 2003 84 188      69 incl. KiTa 8 214 6.6
Regensburg 2003 271 204      74 incl. KiTa17 038 6.3
Rottenburg-Stuttgart
nur Diözesanhaushalt
2002 237 478      65 incl. KiTa 30 340 8.3
Speyer 2004 125 500      76 mit/ohne  KiTa   21 800 / 11 600 13.2 / 7.0
Trier 2003 329 217      67 incl. KiTa 56 710 11.5
Würzburg 2003 142 320      90 incl. KiTa 21 171 13.3

* KiTa Kindertagesstätten; ** in € umgerechnet
***Kirchensteueranteil unklar wegen nicht bezifferter Bistumsausgleichzahlungen

                                                                                                                

Kirchliche MitarbeiterInnen und deren Finanzierung

Die 48 000 kirchlichen Mitarbeiter im Erzbistum Köln und ihre Finanzierung durch die Kirchensteuer (1993)

Arbeitsplatz im Erzbistum Köln, differenziert nach den Einsatzorten Anzahl der Beschäftigten Finanziert durch die Kirchensteuer, in %
Krankenhäuser, (Alten-)Heime u.a. 29 200   0 %
Schulen / Fachhochschulen   2 800 10 %
Caritaspflegestationen, Einrichtungen, offene Caritashilfe,    2 200 20 %
Kindergärten, Ausländerzentren   6 300 25 % 
Bildungshäuser, Erziehungs- und Eheberatung   1 000 50 %

Seelsorge, Ausbildungs- und wissenschaftliche, Einrichtungen des Bistums, Verwaltung des Bistums und der Caritasverbände

  6 500 100 %

Daten aus: W.Ockenfels/ B.Kettern, Streitfall Kirchensteuer, Paderborn 1993, S. 60

Von vielen Politikern und Kirchenvertretern wird in der Öffentlichkeit die behauptet: ´Ohne die Kirchensteuer bricht das ganze Soziale System der Bundesrepublik Deutschland zusammen.´ Die angeführten Daten informieren auch über die Berechtigung dieser Aussage: Weit über die Hälfte der kirchlichen MitarbeiterInnen wird vollständig fremdfinanziert, und diese arbeiten zudem in Einrichtungen, auf deren kirchliches Image die Amtskirche besonders stolz ist. Der Trägeranteil der Kirchen an den Kindergärten wurde in den letzten Jahren systematisch gesenkt, z.Z. beträgt er ca. 15%

Da der Haushalt des Erzbistums Köln nur zu 75% von der Kirchensteuer getragen wird, relativiert sich der Anteil der Kirchensteuer an dem Posten "Soziale Dienste" dementsprechend. In manchen Kirchenprovinzen beträgt er nicht einmal 10 % der Kirchensteuer.

                                                                                                                    

Zu: Staatsleistungen

Die Weimarer Reichsverfassung bestimmte in Art. 138 (1):

"Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf."

Die Staatsleistungen beinhalten u.a. Geldzahlungen aufgrund alter Rechtstitel (u.a. Zuschüsse zur Besoldung der Geistlichen, Personal- und Sachkosten für kirchliche Verwaltungsgremien) sowie Unterhaltungskosten für Kirchengebäude und Denkmalspflege.

Das Land Bayern zahlte 1994 an die Kath. Kirche im Bundesland 113.6 Millionen DM. Die ev. Kirche im Land Bayern erhielt 36,8 Millionen DM, Steigerungsrate beträgt 4-5% gegenüber den Vorjahren.

Detail: Der Zuschuss zu Besoldung der Seelsorgegeistlichen betrug 1953 DM 1.73 Pro Katholik, 1993 waren es DM 8,95 und 1994, DM 9,32.

In anderen Bundesländern sind die Staatsleistungen niedriger. Die Hansestädte Hamburg und Bremen zahlen keine Staatsleistungen im engeren Sinn.

Die in Artikel 138 (1) geforderte Ablösung der Staatsleistungen ist bis heute nicht erfolgt. Im Gegenteil: Mehrere Bistümer und Landeskirchen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR haben nach der deutschen Einigung mit den jeweiligen Landesregierungen Staatsverträge geschlossen und so erneut landesspezifische Staatsleistungen vereinbart.

Das Jahr 2003 könnte daran erinnern, dass nach 200 Jahren die alten Verpflichtungen endlich abgelöst werden müssten. 
                                                                                                                   

Zu: Subventionen

Die Summe aller den Kirchen zufließenden staatlichen Gelder ist nicht exakt zu ermitteln. Die Kirchenleitungen veröffentlichen keine Zahlen, sie kennen die Höhe der Geldzuwendungen vermutlich selbst nicht. Fachleute halten folgenden Zahlenangaben für gesichert:

Öffentliche Finanzierung kirchlicher Einrichtungen bzw. Tätigkeiten , in Mrd. DM

Finanzierte Objekte / Titel Mrd DM
Kirchlicher Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, bundesweit   4,8
Priester- und Theologenausbildung an Universitäten  und Unterhalt kirchlicher Fachhochschulen     0,65
Staatszuschüsse aufgrund von Konkordaten                                     0,46

Seelsorge an öffentlichen Einrichtungen (Militär, Polizei, Gefängnis, Anstalten)

  0,08
Denkmalschutz für Kirchenbauten (Bund und Länder)                       0,24

Ausgaben öffentlicher Rundfunkanstalten für rein kirchliche Sendungen             

  0,20
Steuereinbußen wegen unbeschränkter Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer    2,78  *
Zwischensumme                                                                      9,21

* Lt. Subventionsbericht der Bundesregierung 2010 : 2,78 Mrd. Euro

Nicht enthalten sind Zuschüsse von Kommunen, Kreisen, Bezirken, der Bundesanstalt für Arbeit (ABM-Stellen) und vom Bundesamt für den Zivildienst, das ca. 70 % der Kosten von Zivildienstplätzen trägt. Die Wohlfahrtsverbände sparten 1988 durch Zivis 2,2 Milliarden DM; Caritas und Diakonisches Werk profitierten davon zu rund 40 % (vgl. Frankfurter Rundschau, Dokumentation, 17.3.89). Die Auflistung zu 3) ist unvollständig, weil es faktisch unmöglich ist, alle Haushaltsposten nach versteckten Zuschüssen an die Kirchen zu durchforsten. Allein die Subventionen der über 11.000 Kommunen werden auf über 4 Mrd. Euro geschätzt, so dass aus allgemeinen Steuern mehr für innerkirchliche Zwecke ausgegeben wird als über die Kirchensteuern. Das heißt: Alle Steuerzahler - Kirchenfreie wie Mitglieder - finanzieren interne Kirchenangelegenheiten mit einem Betrag mindestens in Höhe der Kirchensteuer.
(Stand: 1.12.2012 ; verantwortlich für die o.a. Zahlen: Gerhard Rampp, Bund für Geistesfreiheit Augsburg)

Carsten Frerk beziffert in der Neuauflage seines Buches "Violettbuch" Aschaffenburg, 2010, die Höhe aller benennbaren Leistungen des Bundes, der Länder und Kommungen  mit 19,9 Milliarden Euro

                                                                                                                        

Exkurs : Subvention "Unbegrenzte Abzugsfähigfähigkeit gezahlter Kirchensteuer"

Es handelt sich um jene Geldleistungen, die die Bundesregierung in ihren Subventionsberichten als Subventionen im strengen Sinn ausweist. 

Gemäß  § 10 Abs. 1, Nr. 4 EStG ist die gezahlte Kirchensteuer in unbegrenzter Höhe vom zu versteuernden Einkommen absetzbar

Der 21. Bericht vom 31.8.2007 führt unter der lfd. Nr. 5 "Abzug der Kirchensteuer als Sonderausgabe" die jüngsten Zahlenangaben an.  

Überblick über die Subventionen gezahlter Kirchensteuer von 1975 - 2008

2008:  3,050 Mrd. €     21. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  016/6275 31.08. 2007  
2007:  2,960 Mrd. €     21. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  016/6275 31.08. 2007 
2006:  3,100 Mrd. €     21. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  016/6275 31.08. 2007
2005 : 3,000 Mrd. €     21. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  016/6275 31.08. 2007
2004 : 3,750 Mrd. €     20. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache   16/1020  01.10. 2003
2003 : 3,600 Mrd. €     20. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache   16/1020 01.10. 2003
2002 : 3,350 Mrd. €     19. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache   15/1635 01.10. 2003
2001 : 3,200 Mrd. €     19. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache   15/1635 01.10. 2003
2000 : 3,480 Mrd. €     18. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache   14/6748, 26.07.2001
1999 : 3,320 Mrd. €     18. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache   14/6748, 26.07.2001

1998 : 6,100 Mrd. DM, 17. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  14/1500, 13.08.1999

1997 : 5,800 Mrd. DM, 17. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  14/1500, 13.08.1999

1996 : 4,700 Mrd. DM, 16. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  13/8420, 29.08.1997

1995 : 4,700 Mrd. DM, 16. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  13/8420, 29.08.1997

1994:  4,500 Mrd. DM, 15. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  13/2230, 01.09.1995

1993 : 4,400 Mrd. DM, 15. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  13/2230, 01.09.1995

1992 : 4,300 Mrd. DM, 14. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  12/5580, 26.08.1993

1991 : 4,000 Mrd. DM, 14. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  12/5580, 26.08.1993

1990 : 3,500 Mrd. DM, 13. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  12/1525, 11.11.1991

1989 : 3,600 Mrd. DM, 13. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  12/1525, 11.11.1991

1988 : 3,250 Mrd. DM, 12. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  11/5116, 01.09.1989

1987 : 3,350 Mrd. DM, 12. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  11/5116, 01.09.1989

1986 : 3,000 Mrd. DM, 11. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  11/1338, 25.11.1987

1985 : 2,950 Mrd. DM, 11. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  11/1338, 25.11.1987

1984 : 3,120 Mrd. DM, 10. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  10/3821, 12.09.1985

1983 : 3,070 Mrd. DM, 10. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  10/  382, 12.09.1985

1982 : 2,965 Mrd. DM,   9. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  10/  352, 06.09.1983

1981 : 2,870 Mrd. DM,   9. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  10/  352, 06.09.1983

1980 : 2,890 Mrd. DM,   8. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  09/  986, 06.11.1981

1979 : 2,580 Mrd. DM,   8. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  09/  986, 06.11.1981

1978 : 2,450 Mrd. DM,   7. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  08/3097, 08.08.1979

1977 : 2,400 Mrd. DM,   7. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  08/3097, 08.08.1979

1976 : 2,070 Mrd. DM,   6. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  08/1196, 17.11.1977

1975 : 1,745 Mrd. DM,   6. Subventionsbericht, Bundestagsdrucksache  08/1196, 17.11.1977

 Die Daten für den Zeitraum 1967 - 74 sind z.Z. noch nicht im Internet erreichbar.

Bei den veröffentlichten Zahlen der Subventionen ist der Schuldendienst für diese Gelder nicht berücksichtigt.  
Diese Subventionspraxis ist alt. Sie begann 1922 und wurde 1948 fortgesetzt  (vgl. Drucksache des Bundestages 12/5580)

Die Existenz dieser Subvention (sie ist die zweitgrößte Subvention überhaupt) ist in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. In den gelegentlichen Veröffentlichungen der Medien wird sie fast immer unterschlagen. In der politischen Diskussion ist sie unumstritten. Bei aufkommender Kritik wird ihre Berechtigung damit begründet, dass sie auf Verfassungsnormen basiere. Außerdem wird sie mit den Wohltaten der Kirchen im Sozialen Bereich verteidigt. Beide Begründungen sind sehr anfechtbar.

Zur Kritik an dieser Subvention siehe das Extra-Thema: Staatliche Subventionen

                                                                                                                    

Negative Staatsleistungen

Die Befreiung der Kirchen von diversen Steuern:

- Befreiung von der Körperschaftssteuer (wie alle Körperschaften des öffentlichen Rechts) außer bei kapitalistischer Betätigung (z.B. Kirchturmbesteigung gegen Entgelt.

Alles, was überwiegend kirchlichen Zwecken dient, wird nicht besteuert (z.B. Internate, StudentInnenheime)

- Erhebung von Vermögens- und Gewerbesteuer nur bei wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb, ausgenommen land- und forstwirtschaftlicher Bereich (Hotels und Brauereien werden z.B. besteuert, Alten- oder Pflegeheime nicht = KöR-Privileg.

- Generelle Befreiung von Erbschafts- und Schenkungssteuer, sowie von der Grundsteuer, soweit das Geld für Zwecke der religiösen Unterweisung, der Wissenschaft, des Unterrichts, der Erziehung o. für Zwecke der eigenen Verwaltung benutzt werden.

- Erlaubnis zur Inanspruchnahme umsatzsteuerfreier Leistungen und Lieferungen (z.B. Kollekte, Kirchenchordarbietungen). Ermäßigter Steuersatz für Umsätze der kirchlichen Zweckbetriebe, Steuerbefreiung für Umsätze im Wohlfahrtsbereich (z.B. Krankenhaus)

- Steuerfreiheit nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz des Bundes und nach den Vergnügungssteuersätzen einzelner Länder.

- Steuervergünstigungen auch für Organisationen privaten Rechts der Kirchen, wenn sie ausschließlich und unmittelbar kirchlichen, gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken dienen.

Aus: LAG-Christinnen und Christen bei Bündnis 90/ DIE GRÜNEN NRW, Diskussionspapier "Zum Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland", November 1997

Der Umfang an negativen Staatsleistungen insgesamt ist schwer bzw. kaum zu ermitteln.

                                                                                                                   

Das Kirchensteuersystem in der Diskussion

Kirchenrecht

Der Codex erlaubt einem Bischof, außer den in can 1262 erbetenen Unterstützungen "nur im Falle großen Notstands ... eine außerordentliche und maßvolle Abgabe aufzuerlegen": can 1263. "Kirchensteuern" werden im Codex nicht erwähnt.
Manche Kirchenrechtler vertreten die Meinung, dass "ein unbegrenztes Besteuerungsrecht vermieden werden solle" und dass die kath. Kirche bereits jetzt von "...den aus allgemeinen Steuermitteln finanzierten üppigen Staatsleistungen, Subventionen und sonstigen Vergünstigungen in unvertretbar hohem Ausmaß Gebrauch mache", vgl. Zapp, K&R 1/2007, S. 78

Der Autor bezweifelt die Rechtmäßigkeit, Kirchenmitglieder in Deutschland über die Kirchensteuer in unverhältnismäßig hohem Masse zu belasten. Das italienische System der Kirchenfinanzierung verlange vom einzelnen Kirchenmitglied nur ein Zehntel der Belastung  
"Dieser Regelung kommt besondere Bedeutung zu, weil sowohl die italienische Bischofskonferenz als auch der Apostolische Stuhl mit der Unterzeichnung der Vereinbarung über die Kirchenfinanzierung ausdrücklich zu verstehen gegeben haben, dass sie ihrer Vorstellung von einem angemessenen Kirchenbeitrag entspricht", Zapp, aaO S. 79

Der Umfang der von den deutschen Bischöfen per Kirchensteuer geforderte Abgaben - um das Zehnfache überhöht - sei nicht vom ca. 1262 gedeckt.


Die deutschen Bischöfe haben 1970 festgelegt: "In den Bistümern in der Bundesrepublik Deutschland ist die gesetzlich geregelte, für alle verbindliche Art und Weise, dieser Beitragspflicht zu genügen, die Kirchensteuer." 

Dieser Kirchensteuerverpflichtung kann man sich in Deutschland nur durch die Unterzeichnung der Kirchen-Austrittserklärung vor einem staatlichen Gericht (in einigen Bundesländern beim Standesamt) entziehen.

Im Erzbistum Köln und im Bistum Trier gilt ein diözesanes Sonderrecht: Der "Austritt" (den weder der CIC als Delikt kennt und der auch nach einhelliger Überzeugung zumindest der katholischen Kirche gar nicht möglich ist, vgl. das Stichwort *Kirchenaustritt* auf dieser Webpräsenz) hat hier die automatische Exkommunikation zu Folge. In den übrigen katholischen Kirchenprovinzen wird bei einem solchen Schritt bei den Betroffenen auf kirchenrechtlich relevante Delikte wie "Abfall vom Glauben", "Häresie" oder "Schisma" erkannt. Zu dieser Praxis vgl. die Ausführungen verschiedener Kirchenrechtler unter Rubrik "Austritt", z.B.  Heribert Hallermann, Georg Bier und Hartmut Zapp

Die gegenwärtige Bestrafungspraxis der Kirchenleitungen, insbesondere die Bestrafung Unschuldiger (Angehörige von Verstorbenen im Falle der Begräbnisverweigerung, Verweigerung der Kindertaufe bei Nichtmitgliedschaft der Eltern in der Kirche) erscheint hiermit mehr als anfechtbar.

Steuergerechtigkeit

Nur ca. 30% der Kirchenmitglieder zahlen Kirchensteuern, weil nur sie lohn- und einkommensteuerpflichtig sind. Die meisten alten Menschen sind mit ihren Renten nicht steuerpflichtig. Sie, sowie die noch nicht steuerpflichtigen Kinder, die vor allem kirchliche Dienste in Anspruch nehmen, tragen nichts zur Kirchenfinanzierung per Kirchensteuer bei. Gegen die Steuergerechtigkeit verstoßen die Regelungen, dass die Kirchensteuerhebesätze nicht einheitlich sind (8%-9%). 

Die Nordelbische Lutherische Landeskirche (NEK) hat in ihrem Bereich mehr als 20 Jahre lang unterschiedliche Kirchensteuerhebesätze hantiert und damit gegen die Verfassung verstoßen (Hamburg 8%, Schleswig-Holstein 9%) Diese Ungleichheit wurde inzwischen beseitigt. Die NEK hat jedoch ihre Praxis wider besseres Wissen bis zum Bundesverfassungsgericht verteidigt und ist am 19.Sept.  2002 endgültig gescheitert. Zum Vorfall insgesamt Verfassungsverstoß der NEK

Kappung der Kirchensteuer

Die Kirchensteuergesetzgebung der meisten Bundesländer (Ausnahmen sind Bayern und Mecklenburg-Vorpommern) und die entsprechenden Regelungen der meisten ev. Landeskirchen und der kath. (Erz-) Bistümer ermöglichen Kirchenmitgliedern eine "Kappung" der Kirchensteuer. Die Kappung führt bei hohen Einkommen, die über der sog. Kappungsschwelle liegen, zur Absenkung der Kirchensteuer. Statt der Kirchensteuer in Höhe von je nach Landeskirche/(Erz-) Bistum 8% oder 9% Prozent von der Lohn- und Einkommensteuer begnügen sich die Kirchenleitungen mit einem gewissen Prozentsatz vom zu versteuernden Einkommen. Dieser Prozentsatz ist je nach Bundesland verschieden und schwankt zwischen 3 - 4%.

In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen erfolgt die Kappung von Amts wegen, d.h. das Finanzamt wählt den für den Kirchensteuerpflichtigen günstigsten Modus. In Berlin, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland wird die Kappung nur auf Antrag gewährt. Dieser muss schriftlich, frühestens nach Erhalt des Steuerbescheids und spätestens ein Jahr danach gestellt werden. - Es gibt keinen einklagbaren Rechtsanspruch auf Kappung gegenüber der Kirche, denn die steuererhebende Kirche ist "autonomer Gesetzgeber".

Mit dem Festhalten an der Kappungsmöglichkeit ergreifen die Kirchenleitungen strukturell Partei für die Reichen in unserer Gesellschaft.

Verlässlichkeit der Einkünfte durch die Kirchensteuer

Die Höhe der Kirchensteuereinkünfte wird infolge ihrer Anbindung an die Lohn- und Einkommensteuer durch viele Faktoren beeinflusst, z.B. von wirtschaftlichen Faktoren:

Weil die Höhe der Lohn- und Einkommensteuer abhängig ist von der Konjunktur, vom Ausgang von Tarifverhandlungen und vom Umfang der Beschäftigung/Arbeitslosigkeit, schwankt das Kirchensteueraufkommen in entsprechender Weise.

Auch finanzpolitische Entscheidungen wirken sich aus: Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, die Besteuerung des Existenzminimum für unzulässig zu erklären, wird nach bisheriger Schätzung dazu führen, dass ca. 2 Milliarden DM an Kirchensteuern weniger einkommen werden.

Nach dem Inkrafttreten der geplanten Steuerreform nach der Bundestagswahl, vor allem der Senkung des Spitzensteuersatzes und der Neugestaltung der Steuerprogression, werden weitere Kirchensteuerausfälle in Milliardenhöhe befürchtet.

Das Kirchensteueraufkommen war in den letzten Jahren außerdem indirekt abhängig von der Einführung des Solidaritätszuschlags in Höhe von 7.5% der Einkommensteuer für die Neuen Bundesländer. Die Einführung des Zuschlags hatte ein Ansteigen der Kirchenaustritte zur Folge, also ein Absinken der Kirchensteuer.

Europäische Einigung

Die römisch-katholische und die evangelische Kirche in Deutschland setzten sich mit Nachdruck für die Aufnahme eines sog. Kirchenartikels in das Maastrichter EU-Verfassungswerk ein. Dies scheiterte am Widerstand einiger Länder, insbesondere Frankreich und Belgien. Statt dessen wurde am 2.Okt.97 folgende Kirchenerklärung in die Schlussakte der Verfassung aufgenommen:

"Die Europäische Union achtet den Status, den Kirchen und religiöse Vereinigungen oder Gemeinschaften in den Mitgliedsstaaten nach deren Rechtsvorschriften genießen und beeinträchtigen ihn nicht. Die Europäische Union achtet den Status von weltanschaulichen Gemeinschaften in gleicher Weise"

Ziel der Aufnahme einer möglichst weitgehenden Erklärung war, eine Nivellierung der von den jeweiligen nationalen Traditionen geprägten Rechtsverhältnisse zwischen Staat und Kirche zu verhindern und den komfortablen Stand des Staat-Kirche-Verhältnisses in Deutschland in die EU hinüberzuretten.

Die rechtliche Bedeutung der Kirchenerklärung ist unklar: Einerseits ist sie als Erklärung zur Schlussakte nicht Bestandteil des EU-Vertrages selbst, andererseits beinhaltet sie nicht bloß eine Absichtserklärung. Die Kirchen selbst erachten das Erreichen dieser Erklärung als einen großen Erfolg.

Um zu einer Steuerharmonisierung in der EU zu kommen, gehen die EU-Staaten dazu über, ihr Steuereinkommen immer mehr aus indirekten Steuern zu erzielen und die direkten Steuern abzusenken. Das hat Konsequenzen für die Höhe des Kirchensteueraufkommens und dürfte das deutsche Kirchensteuersystem (wegen seiner Bindung an eine direkte Steuer, die Lohn- und Einkommensteuer) insgesamt infrage stellen. 

Die Angleichung des Arbeitsrechtes wird vermutlich nicht Halt machen vor der Sonderstellung des kirchlichen Arbeitsrechts und dessen Ausgestaltung. Das könnte indirekt Einfluss auf die Finanzierung von Arbeitskräften im kirchlichen sozialpädagogischen Bereich haben. 

Selbst Erzbischof Dyba vermutet, dass es aus Datenschutzgründen nicht mehr lange gestattet sein dürfte, von deutschen ArbeitnehmerInnen zu verlangen, auf ihrer Lohnsteuerkarte ihren Konfessionsstatus offen zu legen.
                                                                                                                   


Neuere Entwicklungen in Deutschland

Trotz des leichten Rückgangs der Kirchenaustrittszahlen in den letzten Jahren bewegen sich diese immer noch auf einem hohen Niveau, ca. 250000 pro Jahr für die ev. Kirche und 200000 pro Jahr für die kath. Kirche. Für 1999 ist wieder eine leichte Zunahme von Austritten zu erkennen. Die Wiedereintrittszahlen fallen nur wenig ins Gewicht. Die zahlenmäßigen Verluste und die damit verbundenen Steuerverluste werden insgesamt als gravierend angesehen.

Einzelne Politiker, aber auch katholische und evangelische Kirchenvertreter, lassen gelegentlich ihre Sympathie für das sogenannte sog. Italienische Modell erkennen. Aus der Kirche Ausgetretene werden als "Trittbrettfahrer" des Sozialsystems diffamiert, denen durch eine allgemeine Kultussteuer der Fluchtweg versperrt werden müsse.   

Eine Koppelung der Kirchensteuer an indirekte Steuern, bzw. eine Ersatzzahlung für bereits entgangene Kirchensteuereinnahmen in den letzten Jahren und zu erwartende Einbußen aus anderen Steuertöpfen, z.B. der Mehrwertsteuer, wird von Kirchenvertretern abgelehnt, weil der besondere Charakter der Kirchensteuer als einer ´Mitgliedschaftssteuer´ verloren ginge.

Während eines kurzen Zeitraums, im Frühjahr 1999, plädierten mehrere Ministerpräsidenten (z.B. Beck, Klimmt, Koch) für eine neue Bemessungsgrenze für die Kirchensteuer (Bruttomodell), um ein ´Ausbluten der Kirchen´ zu verhindern. Mit dem Anspringen der Konjunktur Mitte 1999 endete diese Debatte abrupt. Die Kirchensteuern flossen wieder reichlicher und die Kirchenleitungen (vor allem die kath. Kirche) drängten auf ein Ende der Debatte.

Vor allem auf Seiten der ev. Kirchen wird intensiv nach neuen Geldquellen Ausschau gehalten. In nahezu allen Bundesländern  wurde eine neue Steuerart in die jeweiligen Kirchensteuergesetze aufgenommen: das 

"Kirchgeld in Glaubensverschiedener Ehe". Betroffen sind alle Ehepaare, von denen die Hauptverdienenden keiner kirchensteuererhebenden Glaubensgemeinschaft angehören bzw. aus einer solchen ausgetreten sind und deren EhepartnerInnen keine bzw. keine zu versteuernden Einkünfte haben oder von geringen Einkommen nur sehr wenig Kirchensteuern zahlen. Im letzteren Fall wird die geringere Kirchensteuer mit der zutreffenden Kirchgeldpauschale verrechnet. Sie kann derzeit zwischen ca. 110 Euro und 2.300 Euro,- pro Jahr schwanken.

Die an die Abgeltungsteuer gekoppelte Kirchensteuer
Ab 2009 tritt die Abgeltungsteuer in Kraft. Siehe eigenes Stichwort unter TOP-Themen!

Das deutsche Kirchensteuersystem ist, parteipolitisch gesehen, nahezu unumstritten. Trotz knapper Hinweise in den derzeitigen Wahlprogrammen der F.D.P wie auch von BÜNDNIS 90 / Die Grünen, fordern nur kleine Gruppierungen innerhalb dieser Parteien wirklich die Abschaffung des staatlichen Einzugs der Kirchensteuer. Lediglich Die PDS fordert die Streichung des verfassungsmäßigen Rechtes, Kirchensteuern erheben zu dürfen.

Verschiedene kirchliche Gruppen setzen sich seit Jahren kritisch mit dem deutschen System der Kirchenfinanzierung auseinander.  Der "Bensberger Kreis" hat nach Memorandum "Zu einigen Aspekten der Kirchenfinanzierung (1985) Ende 2002 das "Plädoyer für eine angemessene Kirchenfinanzierung" herausgegeben. Der "Verein zur Umwidmung von Kirchensteuern e.V." strebt  aus kirchen- und allgemeinpolitischen Gründen die Entkoppelung von Kirchensteuerpflicht und Kirchenmitgliedschaft an und fördert alle Bestrebungen, zu einer Änderung der gegenwärtigen Kirchenfinanzierung zu kommen.

Die "KirchenVolksBewegung" (KBV), bzw. "Wir sind Kirche" (WsK), hat nach längerem Zögern einen Arbeitskreis eingerichtet. Dieser hat eine Studie veröffentlicht, die sich kritisch mit der gegenwärtigen Kirchenfinanzierung auseinandersetzt.

Evangelischerseits wird von verschiedenen Gruppen die Praxis der staatlichen Kirchensteuer in Frage gestellt. Am deutlichsten geschieht dies vom "Bund gegen Kirchensteuermißbrauch e.V. Bremen". Das Staat-Kirche-Verhältnis in unserem Staat wird auch vom Dietrich-Bonhoeffer-Verein kritisch betrachtet. Im Mai 2000 hat eine Arbeitsgruppe des Vereins einen Reformvorschlag erarbeitet ("Kultur- und Sozialsteuer statt staatlicher Kirchensteuereinzug") und alle interessierten Gruppen zur Diskussion dieses Vorschlags eingeladen. In einem Publik-Forum Buch, Hrsg. Pfarrer Karl Martin, "Abschied von der Kirchensteuer" wurde das Modell publiziert

Unter den nicht-kirchlichen Gruppen fordert die Humanistische Union seit vielen Jahren im Zusammenhang mit der konsequenten Verwirklichung der Trennung von Staat und Kirche auch den Abschied von der Kirchensteuer. Noch weiter gehen anti-kirchliche Gruppen wie z.B. der Internationale Bund der Konfessionslosen und AtheistInnen (IBKA).

Inzwischen setzt sich bei Theologen und Vertretern in den Kirchenleitungen  immer mehr die Überzeugung durch, dass bei aller staatskirchenrechtlichen Garantie der kirchlichen Privilegien-Bündel diese wertlos werden könnten, weil diese angesichts des Schwindens von Kirchlichkeit vieler Mitglieder diese nicht mehr vertretbar sind. Nach einem Wort des ev. Bischofs Lohse hat sich die Kirche nicht nur im sozialen Bereich, sondern auch was die Kirchenfinanzierung angeht,  einen ´zu großen Mantel umgehängt`.

Staatskirchenrechtler (z.B. Prof. Isensee) machen auf das Phänomen aufmerksam, dass aus vielfältigen Gründen das Staatskirchenrecht bei den Bürgerinnen unseres Landes an Akzeptanz verliere, 

Seitens einflussreicher Kirchenführer im Vatikan (Kardinal Ratzinger) als auch einiger deutscher Bischöfe (Erzbischof Dyba +, Fulda) wird eine kirchenpolitische Wende angestrebt, die auch den Ausstieg aus der staatlichen Kirchensteuer einschließt. Neben spirituellen Gründen (...die deutsche Kirche ist zu satt...) werden auch  machtpolitische und strategische Gründe angeführt (...eine finanzgeschwächte deutsche Kirche wäre nicht mehr zum Widerspruch gegen Rom fähig....) Der vom Vatikan erzwungene Ausstieg aus der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung kann als ein Beispiel/Beleg für römisches Drängen auf größere Distanz von Staat und Kirche in Deutschland verstanden werden.

Manche Äußerungen aus den Verwaltungszentralen beider Kirchen, vor allem der evangelischen,  lien in der Vergangenheit darauf schließen, dass intensiv an die "Zeit nach der Kirchensteuer" gedacht wird. Seit dem massiven Ansteigen des Kirchensteueraufkommens seit 2005 mit der Perspektive, dass sich diese wohl bis 2012 fortsetzen könnten ist diese Diskussion wieder leider geworden.

Seitens der ev. Kirchen wird derzeit massiv das Fundraising favorisiert und professionell ausgebaut.


                                                                                                           

Friedrich Halfmann, Juli 2007